Beitrag von mensch-und-tier-im-glück.ch

Haustiere sind wertvoll, besonders im Alter

Was, wenn betagte Tierhaltende nicht mehr in der Lage sind, sich regelmässig um die Pflege ihres geliebten Vierbeiners zu kümmern und Unterstützung brauchen? Der Verein «Mensch und Tier im Glück» hilft Seniorinnen und Senioren bei der Betreuung ihrer Haustiere. Frau S. und die hübsche Border Collie Hündin Ban sind ein Herz und eine Seele. Im Alltag sind sie ein eingespieltes Team. Nachdem Ban gefüttert ist, kocht Frau S. für sich selber.

Dabei und auch während des Essens leistet ihr die Hündin Gesellschaft. Sie geniessen die gegenseitige Nähe während den Kuschelstunden oder ganz einfach, wenn sie zusammen einen Film schauen. Ganz besonders wertvoll aber sind die gemeinsamen Spaziergänge. Ban vergnügt sich mit Artgenossen und Frau S. liebt die Gespräche zwischen

Tierfreunden, vor allem dann, wenn sie auf ihre hübsche Hündin angesprochen wird. Während es der 9jährigen Ban ihrem Alter entsprechend gut geht, meinte es das Schicksal mit Frau S. nicht gut. Nach einem Schlaganfall sitzt sie im Rollstuhl. Um viel Lebensqualität beraubt, würde ihr normalerweise auch ihre Hündin genommen.

Doch nicht in diesem Fall. Dank dem freiwilligen Engagement von «Mensch und Tier im Glück» darf Ban ihrvertrautes Zuhause behalten undgeniesst trotz der Einschränkungen ihrer Besitzerin täglich abwechslungsreicheund spannende Spaziergänge. UndFrau S.? Das Glänzen in ihren Augen, wenn ihre Finger dasdichte Fell der Hündin kraulen, lässt erahnen, wieviel Glückdie Anwesenheit von Ban bedeutet.

Gemeinsam statt einsam
In ihrer über 15jährigen Tierschutzarbeit musste Heidi Randegger immer wieder hautnah miterleben, wie traurig es ist, wenn ältere oder kranke Tierbesitzer ihre Vierbeiner im Heim abgeben mussten, nachdem sie mit der Betreuung überfordert waren und niemandenhatten, der half. «In den meisten Fällen handelte es ich um ältere, oft scheue Tiere. Zu sehen, wie sehr sie unter dem Verlust des gewohnten Umfeldes und der Bezugsperson litten und wie schwer sie mit dem lebhaften Tierheimalltag umgehen konnten, tat weh,» so Heidi Randegger.

Viele Tiere verloren die Lebensfreude und gaben sich ein stückweit auf. «Zu wissen, dass es dem Besitzer, für den das Tier oft noch der letzte Sozialpartner war, wohl genauso erging, weckte in mir den Wunsch, etwas zu verändern.»

2015 gründete Heidi Randegger den gemeinnützigen Verein «Mensch und Tier im Glück», mit dem Ziel, dass Betagte möglichst lange mit ihren Haustieren zusammenleben dürfen und die Vierbeiner dadurch ihr vertrautes Umfeld behalten können, ohne dass es ihnen an etwas fehlt. Das wirkt sich positiv auf das physische und psychische Wohlbefinden beider aus, ist Heidi Randegger überzeugt. Möglich ist das Engagement, dank einem stetig wachsenden Netz von Freiwilligen, die ehrenamtlich für den Verein aktiv sind. Sie gehen regelmässig mit Hunden spazieren, helfen bei der Fellpflege oder fahren mit einem Tier zum Tierarzt.

Aber auch Altersarmut ist ein grosses Thema. Auch hier hilft der Verein immer wieder mit Futter- und Materialspenden oder übernimmt die Tierarztkosten für eine lebensrettende Operation.

Pflegeplätze statt Tierheim
Muss der Besitzer ins Krankenhaus oder ist der Umzug ins Pflegeheim unumgänglich, sucht der Verein für die betreuten Tiere, einen privaten, liebevollen Pflegeplatz, damit sie nicht ins Tierheim müssen.Kann der Vierbeiner nicht mehr zurück, werden sie in neue liebevolle Zuhause platziert. «Wir vermitteln Tiere auch ganz bewusst an Senioren» meint Heidi Randegger. «Ältere Menschen haben viel Zeit, sind erfahren und geduldig. Wichtig ist nur, dass Mensch und Tier bezüglich Alter passen und die selben Bedürfnisse nach Aktivität und Ruhe haben. Mit einer sinnvollen Vorsorge kann zudem die Zukunft des Vierbeiners gesichert werden.» Auf den Einwand, ältere Menschen könnten vor dem Tier sterben, meint Heidi Randegger: «Das kann, muss aber nicht sein. Bei der Vermittlung von Tieren hat man nie die Garantiauf einen Lebensplatz. Auch jüngere Menschen können plötzlich sterben oder die Lebenssituation ändert sich so, dass das Tier wegmuss.»

Glück als Motor
«Glück ist das Einzige was sich verdoppelt, wenn man es verschenkt» erkannte schon Albert Schweizer. Mit dieser Art von Nachbarschaftshilfe einem Menschen und einem Tier in Not zu helfen, beglückt – auf beide Seiten. Dieses Engagement ermöglichte es ausserdem Menschen, die aufgrund ihrer Lebens- oder Arbeitssituation kein eigenes Tier halten können, sich um ein Tier zu kümmern. Heidi Randegger: «Und ganz nebenbei entstehen so, das was unserer Gesellschaft immer mehr fehlt, wertvollegenerationenübergreifende Kontakte.»

Mehr Informationen:
Heidi Randegger
Gründerin und Präsidentin
Tel. 044 701 10 00
heidi.randegger@mensch-und-tier-im-glueck.ch

Wer wir sind
Mensch und Tier im Glück ist eine durch Spenden finanzierte gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lebensqualität älterer oder kranker Tierhalter und ihrer Vierbeiner zu erhalten bzw. zu verbessern. So können diese Menschen möglichst lange mit ihrem oft wichtigsten Sozialpartner zusammenleben. Das hat positive Auswirkungen auf die psychische und die physische Gesundheitbeider. Hohe Priorität hat dabei das Wohl der Tiere und deren artgerechte Haltung.

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